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Recht & Steuern·
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Wer bezahlt den Makler auf Mallorca? Käufer, Verkäufer oder beide?

Wer bezahlt den Makler auf Mallorca? Käufer, Verkäufer oder beide?

Wer trägt die Maklerprovision auf Mallorca? Wir erklären transparent, wie die Maklerkosten geregelt sind, wer zahlt – und worauf Käufer und Verkäufer achten sollten.

Transparenz bei Maklerkosten: Eine der wichtigsten Fragen vor dem Immobilienkauf

Der Immobilienkauf auf Mallorca ist für viele Menschen eine der größten Investitionen ihres Lebens. Neben Kaufpreis, Steuern und Notarkosten taucht fast immer dieselbe Frage auf:

Wer bezahlt eigentlich den Makler?

Die Antwort unterscheidet sich deutlich von Deutschland oder Österreich und sorgt bei Erstkäufern wie Verkäufern häufig für Unsicherheit. Genau deshalb ist eine klare Aufklärung so wichtig. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie die Maklerprovision auf Mallorca geregelt ist, welche Modelle üblich sind und worauf Sie unbedingt achten sollten.

Keine bundesweite Regelung, individuelle Vereinbarung ist entscheidend

Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern gibt es in Spanien keine einheitlich gesetzlich festgelegte Aufteilung der Maklerprovision zwischen Käufer und Verkäufer. Stattdessen gilt: Die Provisionsregelung ist Verhandlungssache und wird vertraglich festgelegt.

Das bedeutet:

Je nach Makler, Objekt und Vereinbarung kann die Provision

* Vom Verkäufer getragen werden,

* Vom Käufer übernommen werden

* Oder zwischen beiden Parteien aufgeteilt sein.

Entscheidend ist immer, was im jeweiligen Maklervertrag oder Reservierungsvertrag vereinbart wurde.

Das in der Praxis häufigste Modell: Käufer zahlt die Provision

Auf Mallorca ist es marktüblich, dass der Käufer die Maklerprovision übernimmt.

Typische Provisionssätze liegen dabei zwischen 5 % und 6 % des Kaufpreises zzgl. spanischer Mehrwertsteuer (IVA).

Für Käufer bedeutet das:

Die Maklerprovision kommt zusätzlich zu den üblichen Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch etc.) hinzu und sollte frühzeitig in die Finanzplanung einbezogen werden.

Warum ist dieses Modell so verbreitet?

* Viele Verkäufer möchten den Angebotspreis „netto“ erhalten

* Makler vertreten häufig primär die Verkaufsseite

* Internationale Käufer sind dieses Modell aus anderen Ferienmärkten gewohnt

Verkäuferprovision: Ebenfalls möglich, aber seltener

Es gibt auch Konstellationen, in denen der Verkäufer die Provision vollständig trägt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn:

* Ein exklusiver Alleinauftrag besteht

* Der Makler aktiv mit dem Verkäufer zusammenarbeitet

* Die Provision bereits im Angebotspreis einkalkuliert ist

In diesen Fällen zahlt der Käufer formal keine separate Maklergebühr – indirekt ist sie jedoch meist im Kaufpreis enthalten.

Geteilte Provision: Die Ausnahme

Eine hälftige Aufteilung zwischen Käufer und Verkäufer kommt auf Mallorca vor, ist aber deutlich seltener als in einigen anderen Ländern. Dieses Modell wird meist individuell vereinbart, etwa bei größeren Transaktionen oder besonderen Marktbedingungen.

Wichtig für Käufer: Makler arbeitet nicht automatisch in Ihrem Interesse

Ein zentraler Punkt, der oft übersehen wird:

Auch wenn Sie als Käufer die Provision zahlen, bedeutet das nicht automatisch, dass der Makler ausschließlich Ihre Interessen vertritt. In vielen Fällen arbeitet der Makler im Auftrag des Verkäufers – selbst dann, wenn die Provision vom Käufer kommt. Das kann zu Interessenskonflikten führen, etwa bei:

* Preisverhandlungen

* Bewertung des Marktwerts

* Einschätzung von Lage oder Bausubstanz

* Rechtlichen Besonderheiten

Genau hier zeigt sich der Wert unabhängiger Bewertung der Immobilie.

Unsere Empfehlung: Provision klären – Bewertung prüfen – neutral beraten lassen

Bevor Sie einen Reservierungsvertrag unterschreiben, sollten Sie immer:

* Die Höhe der Maklerprovision schriftlich bestätigen lassen

* Klären, wer Auftraggeber des Maklers ist

* Prüfen, ob der Kaufpreis marktgerecht ist

* Die Immobilie rechtlich und wirtschaftlich bewerten lassen

* Objektiver Wertermittlung

* Realistischer Marktanalyse

* Transparenter Entscheidungsgrundlage

So vermeiden Sie Überzahlungen, Fehleinschätzungen und unangenehme Überraschungen.

Fazit: Nicht wer zahlt ist entscheidend – sondern wie gut Sie informiert sind

Ob Käufer, Verkäufer oder beide Parteien die Maklerprovision tragen, ist auf Mallorca individuell geregelt. Entscheidend ist jedoch weniger die formale Kostenverteilung, sondern:

- Dass Sie wissen, **wer wessen Interessen vertritt,

- Dass der Kaufpreis realistisch bewertet ist,

- Dass Sie auf unabhängige Expertise zurückgreifen.

Gerade bei hochpreisigen Immobilien kann eine neutrale Zweitmeinung einen entscheidenden Unterschied machen.

Über den Autor

Market Expert

Niklas Bender

Experte für Immobilienbewertung & Luxusimmobilien | Premium-Immobilienmakler

Seit über 20 Jahren beobachte ich den Immobilienmarkt Mallorcas. Als CEO von immobilien-bewertung-mallorca.com verbinde ich meine operative Maklererfahrung mit datengetriebenen Bewertungsprozessen.

Meine Bewertungen folgen einem ganzheitlichen Beratungsansatz und kombinieren klassische Bewertungsmethoden mit KI-, Big-Data- und Analysetools. Dabei fließen regionale Besonderheiten und Insider-Phänomene ebenso ein wie maklerische Erfahrung und klarer Menschenverstand. So entsteht eine realistische, faktenbasierte Wertermittlung als verlässliche Entscheidungsgrundlage für den Kauf oder den Verkauf Ihrer Immobilie auf Mallorca.

Ergänzend arbeite ich eng mit einem interdisziplinären Expertenteam – bestehend aus einer renommierten Kanzlei für spanisches Immobilienrecht sowie einem erfahrenen Architekten mit ausgewiesener Spanien- und Balearen-Expertise – zusammen, um rechtliche, bauliche und wirtschaftliche Aspekte frühzeitig und fundiert in eine ganzheitliche Betreuung einzubeziehen.

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